Zum Inhalt springen

Möchten Sie Rotkehlchen im Herbst helfen? Dieses Futter sollten Sie in den Futterspender geben, um sie richtig zu versorgen.

Eine Person füllt Futter in ein Vogelhäuschen, während ein Rotkehlchen beim Fressen beobachtet.

Der erste Rotkehlchen landete auf dem vom Frost umrandeten Vogelbad, als gehöre ihm der Platz.

Die rote Brust aufgeplustert, den Kopf leicht schräg, schaute es sich im Garten um und schien das angebotene Buffet abzuwägen. In der Nähe steckte in einem Futterspender noch der letzte Rest der Sommer-Samenmischung, seit Tagen unbeachtet. Das Rotkehlchen würdigte ihn keines Blickes. Stattdessen hüpfte es auf den Boden, scharrte in feuchtem Laub und suchte nach etwas Echtem, etwas Lebendigem.

Auf dem Zaun wartete ein weiteres Rotkehlchen, das Gefieder gegen die Kälte leicht gesträubt. Man konnte die Frage förmlich in der Luft hängen hören: Wird es diesen Herbst genug Futter geben? Die Tage sind kürzer, Würmer sitzen tiefer, und die Rasenmäher sind verstummt. Der Garten wirkt stiller. Für einen Vogel, der weniger wiegt als ein Brief, sind die Einsätze plötzlich riesig.

Dann veränderte ein kleines Detail die ganze Szene.

Das eine Futter, das Rotkehlchen wirklich brauchen, wenn die Temperaturen fallen

Fragt man die meisten Menschen, was man im Herbst für Rotkehlchen in den Futterspender geben soll, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Samen“. Klingt logisch, fast automatisch. Doch wenn man Rotkehlchen genau beobachtet, fällt etwas Merkwürdiges auf. Sie hängen nicht mit den Finken am Sonnenblumen-Buffet. Sie sind am Boden. In den Beeten. Im Schlamm.

Rotkehlchen sind zuerst Insektenfresser, erst danach knabbern sie mal an Früchten oder Samen. Ihr Körper ist auf Eiweiß, Feuchtigkeit und Fett aus weichkörperiger Beute eingestellt. Deshalb ist das Beste, was man ihnen im Herbst anbieten kann, einfach – und ein bisschen überraschend: hochwertiges, weiches Fettfutter (Suet). Keine steinharten Blöcke voller billiger Körner. Sondern weiches, insektenreiches Fettfutter, das sie abreißen, schlucken und schnell in Wärme und Energie umsetzen können.

Fettfutter ist – ganz wörtlich – Wärme in Essensform. Für ein Rotkehlchen vor einer langen, eisigen Nacht ist das kein Detail. Das ist Überleben.

An einem kühlen Oktobermorgen im Vorort von Ohio machte die Vogelbeobachterin Ellen ein kleines Experiment. Auf der einen Seite ihres Gartens hing sie einen Standardspender mit gemischtem Saatgut auf. Auf der anderen stellte sie ein niedriges, offenes Tablett mit weichem, in Stücke gekrümeltem Fettfutter auf – plus ein paar gehackte Rosinen. Innerhalb einer Stunde wimmelten Finken und Sperlinge am Saatgut. Das Fettfutter-Tablett wirkte verwaist.

Dann kamen die Rotkehlchen. Eines ließ sich direkt zum Tablett fallen, schnappte sich ein Stück Fettfutter und flog auf einen niedrigen Ast. Ein weiteres folgte. Innerhalb von zwei Tagen zählte Ellen acht einzelne Rotkehlchen, die jeden Morgen zum Fettfutter kamen. Der Saatgutspender? Immer noch hauptsächlich eine Finkenparty. Ihr Notizbuch füllte sich mit kurzen Einträgen: „Rotkehlchen ignorieren Samen, gehen direkt ans Fettfutter“, „Kurze Fressphasen im Morgengrauen“, „Scheinen vor kalten Nächten mehr zu fressen“.

Auch Vogelgruppen in Gärten sehen dasselbe. In mehreren Citizen-Science-Erhebungen meldeten Beobachtende mehr Rotkehlchenbesuche in Gärten mit insektenbasiertem Fettfutter als in solchen, die sich auf generische „Wildvogelfutter“-Samenmischungen verlassen. Das ist keine Magie. Das ist Biologie, die sich zwischen den Sträuchern abspielt.

Hinter der Fettfutter-„Besessenheit“ steckt eine simple Logik. Im Herbst gehen die natürlichen Insektenzahlen zurück. Würmer ziehen sich tiefer zurück. Weiche Raupen verschwinden. Rotkehlchen brauchen aber weiterhin energiereiche Kalorien und viel Eiweiß, damit der Stoffwechsel läuft und das Gefieder in Topform bleibt. Fettfutter – besonders Mischungen mit getrockneten Insekten oder Mehlwürmern – imitiert den Energieschub, den sie sonst aus Käfern, Engerlingen und Larven bekommen würden.

Samen sind im Vergleich dazu schlecht an Verdauungssystem und Schnabelform angepasst. Kleine, harte Schalen schreien nicht gerade „Rotkehlchenfutter“. Deshalb sieht man sie an Fallobst picken, an Weißdornbeeren und an allem, was weich genug zum Schlucken ist. Fettfutter überbrückt die Lücke zwischen den ausklingenden Sommerinsekten und den härteren Wochen, die vor uns liegen. Es ersetzt das natürliche Menü nicht, aber es füllt leise eine gefährliche Kalorienlücke.

Sobald man das versteht, geht es bei der Wahl fürs Futter nicht mehr darum, „was man leicht kaufen kann“, sondern darum, „was diesen Vogel heute Nacht tatsächlich am Leben hält“.

Rotkehlchen im Herbst richtig mit Fettfutter füttern

Wenn Rotkehlchen das Fettfutter wirklich nutzen sollen, ist die Art der Präsentation fast so wichtig wie die Rezeptur. Diese Vögel sind von Natur aus Bodenfresser. Hängt man einen Block hoch in die Luft, ignorieren sie ihn womöglich komplett. Legt man ihn dahin, wo sie ohnehin suchen, macht es im Kopf „Klick“: Das gehört hierher.

Am einfachsten ist es niedrig und offen. Nutze ein flaches Tablett, einen Untersetzer aus Keramik für Pflanztöpfe oder einen Bodenfutterspender. Krümle weiches Fettfutter in erbsengroße Stücke. Für Abwechslung gib ein paar eingeweichte Rosinen oder gehackte, ungesalzene Erdnüsse dazu. Stelle das Tablett in die Nähe eines Strauchs oder einer niedrigen Hecke, wo Rotkehlchen bei auftauchender Katze schnell in Deckung springen können. Nicht mitten auf den offenen Rasen – dort fühlen sie sich ausgeliefert.

Fülle lieber kleine Mengen nach, besonders bei mildem Wetter. Ziel ist „frischer, verlockender Fleck“ – nicht „All-you-can-eat-Buffet, das in der Sonne fettig wird“.

Die meisten, bei denen Fettfutter für Rotkehlchen „nicht klappt“, machen nichts völlig falsch. Sie nutzen nur die falsche Sorte … oder die richtige Sorte am falschen Ort. Steinhartes, mit Saaten gestrecktes Fettfutter in Käfigen, hoch aufgehängt für Spechte, spricht einen Vogel nicht an, der hüpfen, schnappen und weg sein will. Rotkehlchen mögen weichere Texturen und niedrigere Futterstellen. Außerdem sind sie vorsichtig. Es kann mehrere Tage dauern, bis sie einer neuen Futterquelle trauen.

Und seien wir ehrlich: Niemand schrubbt jeden Morgen im Morgengrauen Futterstellen. Also arbeite mit deinem echten Alltag, nicht mit einer perfekten Wunschversion. Reinige das Tablett ein- bis zweimal pro Woche mit heißem Wasser. Wirf alles weg, was ranzig riecht oder grau und krümelig aussieht. Wenn es untypisch warm wird, biete kleinere Portionen an, damit nichts zu lange liegt. Ein bisschen Aufmerksamkeit bringt mehr als ein großer Plan, den man nach drei Tagen wieder aufgibt.

Wenn du dich schon mal ein wenig schuldig gefühlt hast, weil du ein aufgeplustertes Rotkehlchen auf einem frostigen Zaun gesehen hast: Du bist nicht allein. Viele Menschen sorgen sich leise, sie würden bei Vogelfutter „alles falsch machen“. Die Wahrheit ist milder.

„Man muss nicht jeden Vogel füttern“, sagt die Stadtökologin Dr. Hannah Lewis. „Aber wenn man eingreift, ist es sinnvoll, das anzubieten, womit diese Art natürlicherweise gut zurechtkommt. Für Rotkehlchen im Herbst sind das weiche, energiereiche Lebensmittel wie Fettfutter – nicht nur eine generische Samenmischung.“

Hier hilft eine kleine Checkliste, um es simpel zu halten:

  • Wähle weiches, hochwertiges Fettfutter (idealerweise mit Insekten oder Mehlwürmern).
  • Biete es niedrig an, in einem offenen Tablett oder Bodenfutterspender nahe Deckung.
  • Halte die Portionen klein und frisch; reinige das Tablett wöchentlich.

Diese drei Schritte helfen deinen Rotkehlchen vor Ort mehr als eine ganze Reihe unberührter Samenfutterspender, die im Wind schaukeln.

Ein kleines Herbstritual, das deinen Blick auf den Garten verändert

Sobald du im Herbst auf rotkehlchenfreundliches Futter umstellst, fühlt sich der Garten anders an. Du schaust nicht mehr nur auf die lauten Samenfutterstellen, sondern bemerkst die stilleren Ecken: den Fuß einer Hecke, den dunklen Fleck unter dem Apfelbaum, das flache Tablett am Zaun. Das werden kleine Bühnen, auf denen echte Überlebensdramen stattfinden.

Vielleicht siehst du dasselbe Rotkehlchen fast jeden Morgen zur gleichen Zeit auftauchen, drei oder vier Stücke Fettfutter schnappen und dann in Richtung eines Dickichts verschwinden, das du vorher kaum wahrgenommen hast. Du beginnst, ihre Körpersprache zu erkennen – die stolze, aufrechte Haltung, wenn sie entspannt sind, und die plötzlich flache, stromlinienförmige Pose, wenn ein Habicht darüberzieht. Der Garten, den du zu kennen glaubtest, wird vielschichtiger, lebendiger, ein wenig dringlicher.

Wir wissen alle, dass der Herbst seine eigene stille Unruhe mitbringt. Kürzere Tage, steigende Rechnungen, das Gefühl, dass sich alles auf etwas vorbereitet. Rotkehlchen dabei zuzusehen, wie sie das von dir ausgesuchte Futter fressen – auf eine Art, die zu ihnen passt – erzeugt eine seltsame Art Erleichterung. Das Gefühl, dass in diesem kleinen Stück Welt wenigstens eine Sache gerade richtig läuft.

Kernpunkt Detail Nutzen für die Leserinnen und Leser
Das eine prioritäre Futter Weiches Fettfutter, reich an Fett und Eiweiß, idealerweise mit Insekten oder Mehlwürmern Wissen, was man wirklich in den Futterspender geben sollte, um Rotkehlchen zu helfen
Passende Darreichung Fettfutter zerkrümelt auf einem niedrigen Tablett, in der Nähe von pflanzlicher Deckung Die Chance erhöhen, dass Rotkehlchen es annehmen und wiederkommen
Einfache Hygiene Kleine Mengen, wöchentliche Reinigung, ranziges Futter entsorgen Sicher füttern ohne unrealistischen Aufwand

FAQ

  • Kann ich Rotkehlchen im Herbst statt Fettfutter auch Samen geben?
    Sie picken eventuell an größeren, weicheren Samen, aber die meisten typischen Samenmischungen sind für Rotkehlchen nicht ideal. Sie sind in erster Linie Insektenfresser; Fettfutter und insektenbasierte Nahrung passt in dieser Jahreszeit deutlich besser zu ihren Bedürfnissen.
  • Welche Art Fettfutter ist für Rotkehlchen am besten?
    Wähle weiches, hochwertiges Fettfutter ohne viele Füllkörner. Mischungen mit getrockneten Insekten oder Mehlwürmern sind besonders attraktiv und näher an ihrer natürlichen Ernährung.
  • Wo sollte ich Fettfutter für Rotkehlchen platzieren?
    Nutze ein flaches Tablett oder einen Bodenfutterspender, niedrig am Boden, in der Nähe von Sträuchern, Hecken oder anderer Deckung. Rotkehlchen fühlen sich sicherer, wenn sie nah am Schutz fressen und nicht völlig im Offenen.
  • Ist es sicher, Fettfutter auch bei mildem Wetter weiter anzubieten?
    Ja, solange du nur kleine Mengen anbietest und alles ersetzt, was komisch aussieht oder riecht. In warmen Phasen besser weniger auf einmal füttern, damit das Fettfutter frisch bleibt.
  • Zieht Fettfutter andere Vögel oder Schädlinge an?
    Ja, andere insektenfressende Vögel mögen es ebenfalls, und in manchen Gegenden schauen auch Eichhörnchen vorbei. Kleine Portionen, regelmäßige Reinigung und ein Standort nahe Deckung, aber nicht direkt im dichten Gestrüpp, können unerwünschte Besucher reduzieren.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen